Im Porträt: Günther Lindenlaub, CEO Invesdor Group/ Finnest

  • In welchem Bereich ist Finnest tätig? Wie kam es zur Gründung, woher leitet sich der Name ab?

Finnest ist in der alternativen digitalen Finanzierung tätig. Unternehmen wird zu einer unkomplizierten, schnellen Finanzierungsalternative zum “klassischen” Bankkredit verholfen. Investoren soll, gerade in Zeiten von Niedrig- und Nullzinsen, eine attraktive Anlagemöglichkeit geboten werden.
Der Name kommt eigentlich aus der Kombination aus “Finanzierung” und “Nest” – der Bezug zu Finnland ist ein glücklicher Zufall.

  • Woher kommt „Finnland-Aspekt“ von Finnest?

Also wie gesagt, der Name ist Zufall. Wir sind aber in der Stadt von Sigmund Freud. Also vielleicht gibt es doch eine “dunkle” Verbindung, die die Founder für sich behalten…
In jedem Fall, Mitte 2019 fusionierte Finnest mit der führenden nordischen Finanzierungsplattform “Invesdor” zur “Invesdor Group”, deren Hauptsitz in Helsinki ist. Seitdem haben wir täglich einen ausgesprochen starken Finnland-Bezug, da sowohl ca. die Hälfte unserer KollegInnen als auch mehrere Tausend Investoren sowie einige Unternehmen, mit denen wir Finanzierungsrunden durchführen, aus Finnland stammen. …Und wir trinken seither mehr Filterkaffee als Espresso im Wiener Büro.

  • Welchen Stellenwert hat die Firma in Österreich? Wie teilt sich das Kundensegment auf?

In Österreich ist Finnest die führende digitale Finanzierungsplattform mit dem Fokus auf solide, etablierte Mittelständler. Kunden im Sinne von Unternehmen, die Investmentrunden auf finnest.com machen sind demnach bereits am Markt etabliert und haben eine erfolgreiche Vergangenheit und positive Zukunftsaussichten vorzuweisen. Aber auch in Deutschland ist Finnest die wichtigste Plattform für Crowdinvesting für den Mittelstand. Branchenmäßig lassen sich die Unternehmen grob in die Bereiche Tourismus, (Bio-)Lebensmittel & -Getränke, Gastronomie und Industrie untergliedern. Investoren sind sowohl privat als auch institutionell.

  • Welche besonderen Produkte bietet FINNEST genau an?

Bisher konnten Investoren hauptsächlich über das Finanzierungsprodukt “qualifiziertes Nachrangdarlehen” im Rahmen eines Crowdinvestings investieren und erhielten dabei einen vorher festgelegten fixen Zinssatz pro Jahr. In vielen Fällen wird dieser Zinssatz aber nicht nur in Geld sondern auch in Naturalien (Produkten, Übernachtungen,…) ausbezahlt. Im Oktober 2020 werden wir ein neues Produkt launchen, das sogenannte “Genussrecht”. Hierbei erhalten Investoren einen fixen Anteil am Jahresgewinn eines Unternehmens als Rendite. Diese Rendite kann mit zunehmendem Unternehmenserfolg beachtlich steigen.

  • Stichwort COVID-19 Welche Trends und Entwicklungen sehen in Ihrem Bereich? Wie sehen hier die kurzfristigen und mittelfristigen Unternehmens-Strategien aus? Wo liegen zukünftige Potentiale?

Wir haben bisher vor allem Unternehmen unterstützt, die Crowdinvesting als Marketing-Instrument genutzt haben. Covid-19 hat fast alle Unternehmen geschwächt. Um diese Unternehmen wieder zu stärken, benötigen sie Eigenkapital. Wir sehen es als unsere Aufgabe, in den kommenden Monaten diese Unternehmen mit Eigenkapital in Form von Genussrechten zu unterstützen und damit die Österreichische, Deutsche und Finnische Wirtschaft zu stärken. Wir planen allerdings auch Anleihe- und Aktienemissionen sowie das Listing von Unternehmen an der Wiener Börse. Wir haben viel vor.

  • Sie kennen die Finanzszene in Österreich und in Finnland. Gibt es Gemeinsamkeiten? Welche Unterschiede sehen Sie?

Grundsätzlich ist die Bankenlandschaft in Finnland viel überschaubarer. Der Spielraum für Alternativen ist damit größer. Außerdem gibt es in Finnland ja nur AGs (Oy), was die Aufnahme von Kapital auch für kleine Unternehmen sehr erleichtert. In Österreich sind fast alle KMUs GmbHs und hier ist jede Kapitalerhöhung eine kosten- und zeitspielige Sache. Das ist sicher, neben der steuerlichen Behandlung von Investments, ein wesentlicher Grund, warum Österreich und Deutschland nicht die stärkste Start-up Szene hat.

  • Zum Unternehmen

Finnest ist eine Crowdinvesting-Plattform modernster Form. Gegründet 2014 von einem Team erfahrener Bank- und Internet-Experten, kann Finnest dank der kürzlich erfolgten Fusion mit dem nordischen Marktführer Invesdor.com bald in ganz Europa Crowdinvesting anbieten. Gemeinsam sind Finnest und Invesdor (die Invesdor Group) in diesem Markt nun einer der führenden Anbieter Europas. Wir haben lange daran gearbeitet, Crowdinvesting für Anleger so zu optimieren, dass alles möglichst einfach, schnell und dabei hoch sicher ist.

  • Zur Person

Günther Lindenlaub ist bereits seit über 30 Jahren in der Finanzwelt tätig. Zuletzt war er für das Anleihen- und Kreditmarktgeschäft der “Raiffeisenbank International Gruppe” verantwortlich. Im Jahr 2014 erfolgte dann die Gründung des eigenen Unternehmens “Finnest”, im September 2015 wurde die Plattform finnest.com auf den Markt gebracht. Seither wurden mehr als EUR 75 Mio zwischen Unternehmen und Investoren vermittelt. Günther Lindenlaub hat den Merger mit der Invesdor Oy 2019 mitgestaltet und ist nun seit Juni 2020 CEO der Gruppe.

By |2020-09-19T13:38:03+00:0019.09.2020|0 Comments

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